"Was macht die chinesische Sprache eigentlich so anders? Und was macht sie so schwierig?"

Mit den Antworten auf diese Fragen könnte man ohne weiteres ein Buch füllen. Es genügt bereits das Wissen um die scheinbar unendliche Zahl verschiedener Schriftzeichen, um viele Interessenten vom Lernen der chinesischen Sprache abzuhalten, und so „einfach“ wie Französisch oder Spanisch lernt man Chinesisch in der Tat nicht.

Obwohl das Erlernen chinesischer Vokabeln vor allem für Menschen unseres Kulturkreises ungleich mehr Aufwand und Fleiß erfordert, lassen insbesondere neue Wege in der Lernmethodik das scheinbar unerreichbare Ziel in durchaus greifbare Nähe rücken.

Mit dem Vokabeltrainer Han Trainer Pro können Sie multimedial chinesisch lernen, denn Das Programm nutzt den bildlichen Charakter chinesischer Schriftzeichen und eröffnet neue Lernwege für eine Sprache, die der unseren nicht nur in den Lauten, sondern in ihrer ganzen Natur fremd ist.


Buddhisitische Figuren aus dem Museum "Shanghai Boshuguan"

 

Auf dem Weg zur größten Volkswirtschaft der Welt gewinnt China insbesondere als Handelspartner Europas rapide an Bedeutung. In erheblicher Diskrepanz hierzu steht ein nach wie vor relativ dünnes Angebot an multimedialen Lernmedien für die Chinesische Sprache, welche für den kulturellen Austausch ebenso unabdingbar ist wie für nachhaltige Beziehungen zu China auf wirtschaftlicher und politischer Ebene: Während insbesondere die Popularität asiatischer Schriftzeichen als Modeerscheinung auf zahlreichen Kleidungsstücken und anderen Gegenständen des täglichen Lebens nicht zu übersehen ist, hat die Begeisterung für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der chinesischen Sprache einen deutlich geringeren Aufschwung zu verzeichnen. Der Hauptgrund hierfür liegt in der Natur chinesischer Vokabeln, welche aufgrund eben dieser Schriftzeichen als nahezu unerlernbar gelten.

 

Wesenszüge der chinesischen Sprache

Nicht ganz zu unrecht gelten die chinesische Sprache und insbesondere chinesische Vokabeln in unserem Kulturkreis als eine der schwierigsten und abschreckendsten Herausforderungen, denen sich ein Sprachstudent stellen kann: Neben den etwa 5000 –8000 heute benutzten verschiedenen Schriftzeichen, die sich wiederum zu neuen Begriffen zusammensetzen lassen, lässt auch die phonetisch fehlende Verwandtschaft chinesischer Vokabeln keine Verknüpfungen zur eigenen Muttersprache zu. Im Rahmen dieser Diplomarbeit soll ein Chinesischvokabeltrainer entstehen, welcher dieser Herausforderung dadurch begegnet, dass er durch speziell zugeschnittene Inhalte und Funktionen didaktisch auf die Eigenheiten der chinesischen Sprache bestmöglich eingeht.

Der Einsatz von Multimedia hat insbesondere im Bereich des E-Learning schon vor Jahren einen regelrechten Boom erfahren. Dennoch gibt es im noch relativ dünn besiedelten Markt der Chinesischlernsoftware durchaus noch Lücken: Bereits bei der Evaluierung verschiedenster Chinesischlernprogramme eigenen Studienzwecken fiel dem Autor auf, dass in der Regel zwar die Lernumgebung multimedial aufbereitet ist, nicht jedoch das Vokabular: Angesichts der zahlreichen Zusatzinformationen, welche sich insbesondere für die Vermittlung der chinesischen Schriftzeichen anbieten, sind offenbar noch keine entsprechenden Datenbasen vorhanden, die umfassend und multimedial genug wären, um all diese Informationen für einen breiten Wortschatz zu enthalten. Auch wäre der Aufwand, jede Vokabel mit derart vielen Zusatzinformationen zu versehen, erheblich.
Insbesondere die Auffassung, sich chinesische Sprache mit derselben (gewohnten) Methodik wie Englisch oder Französisch aneignen zu müssen, darf als Hauptgrund für die „Schreckensbilder“ gesehen werden. Wie die eigenen Erfahrungen des Autors zeigen, basieren jedoch auch zahlreiche existierende Chinesischlernprogramme - offensichtlich mangels eigener Lernerfahrungen der Entwickler - auf den klassischen Ansätzen für romanische Sprachen.

Mandarin

(auch: Hanyu, Sprache des Han-Volkes) ist die allgemein geläufige Bezeichnung für Hochchinesisch, die offizielle Unterrichts- und Amtssprache Sprache in der Volksrepublik China und Taiwan. Daneben ist Mandarin eine der vier Amtssprachen in Singapur. .

Chinesisch wird heute von ca. 1,2 Milliarden Menschen gesprochen, die überwiegend in China und Taiwan beheimatet sind. Die am weitesten verbreitete Variante ist das Mandarin , welches die Muttersprache von ca. 880 Millionen Menschen und damit des größten Teils der chinesischern und taiwanesischen Bevölkerung ist.

Zähleinheitswörter

Ein wesentliches typologisches Merkmal, welches das moderne Chinesische mit anderen südostasiatischen Sprachen teilt, ist die Anwendung von Zähl(-einheits-)wörtern.

Wikipedia schreibt: "Während im Altchinesischen Zahlen und Demonstrativpronomina direkt vor Substantiven stehen können (五人 wǔ rén „fünf Menschen“; 此人 cǐ rén „dieser Mensch“), muss in den modernen chinesischen Sprachen zwischen beiden Wörtern ein Zählwort stehen, dessen Wahl vom Substantiv abhängt: Hochchinesisch 五本书 wǔ běn shū „fünf Bücher“, 这个人 zhè ge rén „dieser Mensch“. In den Yue-Dialekten werden Zählwörter auch zur Determination eines Substantives sowie zur Markierung eines Attributs benutzt: Kantonesisch 佢本书 kʰɵy˩˧ puːn˧˥ syː˥˥ „sein Buch“. Die Wahl des Zählwortes wird durch die Semantik bedingt: 把 bǎ steht im Hochchinesischen bei Substantiven, die ein Ding bezeichnen, das einen Griff besitzt; mit 所 suǒ werden Substantive konstruiert, die ein Gebäude bezeichnen usw. Eine Übersicht über wichtige Zählwörter des Hochchinesischen bietet der Artikel Liste chinesischer Zählwörter."


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